Firmensitz der Epple Holding GmbH
Das ehemalige Radium Solbad in Heidelberg
Im Jahre 1918 wurde nach fünfjähriger Bohrzeit in Heidelberg eine Radium-Sol-Quelle entdeckt. Es entstand der Traum von "Bad Heidelberg".
Der Architekt R: H. Alker wurde beauftragt, eine Bäderanlage zu planen. Er entwickelte eine große Anlage direkt am Neckar mit einem viergeschossigen Badetempel. Notwendige Sparmaßnahmen machten die hochtrabenden Pläne zunichte und der bekannte Heidelberger Architekt Franz Sales Kuhn bekam 1924 den Auftrag, diese Pläne zu überarbeiten. Er entwarf ein Kur- und Badehaus, sein einziger neoklassizistischer Bau in Heidelberg mit An-klängen an den Jugendstil. Nach seinen Plänen entstand zwischen 1924 und 1928 das Heidelberger Radium-Sol-Bad mit großzügigen Treppen und stuck-verzierten Wandelhallen.
Bis nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im Radium-Sol-Bad Trinkkuren verabreicht. Im Jahre 1957 brach das Förderrohr der mehr als 1000 Meter tiefen Bohrung und ließ die Quelle versiegen. In jüngerer Vergangenheit beherbergte das Gebäude jahrzehntelang das Amt für öffentliche Ordnung der Stadtverwaltung Heidelberg.
Ende der 90er Jahre entschloss sich der Gemeinderat, hier Wohnen und Gewerbe zu ermöglichen. Im Rahmen eines Wettbewerbs bekam der Heidelberger Bauträger Epple & Kalkmann GmbH mit einer Lösung des Heidelberger Architekten Bert Burger den Zuschlag für eine integrierte Planung. Daraufhin erwarb Epple & Kalkmann im Jahr 1999 das Areal und realisierte in den Jahren 2000 bis 2002 die Burger-Planung, die das alte Gebäude voll zur Geltung bringt und zum Neckar hin eine sog. Fingerlösung vorsieht. Das historische Gebäude wurde denkmalgerecht mit hohem Aufwand saniert und ist heute Firmensitz des Immobilienprojektentwicklers Epple Holding GmbH.
Die vier Neubauten im unmittelbaren Anschluß an das historische Radium-Sol-Bad beherbergen insgesamt 47 Wohneinheiten. Die Gesamtarchitektur hat sich von dem neoklassizistischen Baustil von Franz Sales Kuhn inspirieren lassen und wurde modern weiterentwickelt. Der Charakter der historischen Bausubstanz blieb nicht nur erhalten, sondern prägt wesentlich das Ensemble.

