Quartier am Turm, Heidelberg

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Von der Industriebrache zum neuen Lebensraum
Anfang des 20. Jhdts. hat auf dem ca. 10 ha großen Gelände in Heidelberg-Rohrbach die Waggonfabrik Fuchs ihre Anfänge genommen. Das nachfolgende Unternehmen Furukawa hat im Jahr 1995 seine Produktion eingestellt, sodass die gesamte Fläche für eine städtebauliche Neuordnung zur Verfügung stand.
Auf Grundlage des hierauf entwickelten Bebauungsplanes wurde ein Masterplan mit konkreten Aussagen zur Gestaltung des Geamtquartiers und zur Bebauung der einzelnen Baufelder erarbeitet. Dies geschah mit Hilfe eines Workshops mit sieben geladenen Architekturbüros und Experten für Kunst, Licht, Landschaft und Marketing. Ausgewählte und abgestimmte Ideen aus dem Masterplanverfahren wurden in den städtebaulichen Masterplan übernommen. Es wurden unterschiedliche Architekturbüros an der stufenweisen Umsetzung beteiligt, um auf Basis des abgestimmten Gestaltungskatalogs eine Vielfalt der Formensprache zu erzielen und den angestrebten besonderen Charakter des Quartiers deutlich hervorzuheben. Das Ergebnis zeigt, dass dies mehr als gelungen ist.

Das Quartier - Beeinflusst von Historie und Musik
Die Architektur im Quartier am Turm ist aus mehreren Gründen einzigartig und so noch nicht da gewesen. Sie wird beeinflusst von zwei Hauptthemen: Von der Integration historischer Bauteile/Fassaden der alten Fuchs Waggonfabrik, die saniert wurden und nun Bestandteil der neuen Bebauung sind und von musikalischen Werken von Verdi, Mozart, Händel u. a..Die Einfügung der historischen Fassadenteile der Fuchsschen Waggonfabrik ist gelungen, da die neuen Bauformen die gegebenen Achsmaße und die Abmessungen der historischen Giebel berücksichtigen. So bildet die neue Typologie der Wohnungsgrundrisse eine optimale Symbiose mit den historischen Vorgaben.Die Integration der historischen Fassaden ist ebenso von großer Bedeutung für die Belebung der Straßenräume. Durchbrüche und Öffnungen der Fassaden tragen sehr zur Lebendigkeit der Außenräume bei.In enger Zusammenarbeit mit Architekten und Landschaftsplanern spielte das Thema Musik bei dem Bauprojekt eine besondere Rolle . Während der mehrjährigen Bauzeit begriffen Investoren, Architekten und Landschaftsplaner sowie ein musikalisch-künstlerischer Beirat das gesamte Quartier als Komposition. Architekten und Landschaftsplaner, die das Quartier am Turm betreuten, bezogen musikalische Ästhetik und Harmonie schon bei der Planung mit ein. Die Architektur, die Auswahl der Baumaterialien sowie die Farbgebung und vor allem die Landschaftsgestaltung sind inspiriert von Musik. Um diese bislang einmalige Idee mit Inhalt zu füllen, wurden Musiker, Wissenschaftler und Praktiker aus Deutschland und Österreich in einen Beirat berufen, der das Projekt begleitete.Die musikalischen Bezüge wirken auf einer subtilen Ebene und sind auf den ersten Blick nicht sichtbar. Bei genauer Betrachtung spiegeln die Fassaden Rhythmik wider, die Gebäude scheinen sich aufeinander zu beziehen und Elemente von Harmonie werden spürbar.Auch die Namen der einzelnen Baufelder stehen ganz im Zeichen der Musik. Sie sind nach den Musikstücken, die sie beeinflussen, benannt und tragen klangvolle Namen wie zum Beispiel Ouvertüre, Scena ed aria, Thema con variazioni oder Sinfonia Italiana.Im ganzen Quartier hält sich aber die Musik bewusst im Hintergrund, um den Bewohnern und Betrachtern Raum für individuelle Interpretationen zu geben. Die Beeinflussung der Architektur von der Musik und die vorher beschriebene Integration historischer Fassaden machen das Quartier am Turm zu einem einzigartigen Lebensraum.Insgesamt entstand im Quartier am Turm eine Mischung aus Mehrfamilienhäusern mit Geschoss- und Maisonettewohnungen, Stadthäusern und Reihenhäusern mit und ohne historischen Bestand in hellen, mediterranen Farben.Das Mediterrane, in diesem Fall das Italienische, ist das Thema, das sich durch das ganze Quartier am Turm zieht. Diese Atmosphäre soll nicht allein durch die Farben und Baustoffe vermittelt werden, sondern auch durch die Gestaltung der Freiräume. Ziel war eine durchdachte Begrünung/Gestaltung in einer Folge von Straßen und Plätzen, Wegen mit Höfen und Gärten. Im Zuge dessen bekam jedes Baufeld seinen eigenen individuell gestalteten Platz als Treffpunkt zum Gespräch, zur Entspannung und zum Spielen. Hierbei wurde mit den Gestaltungsmitteln Pflanze (sich verändernd), Stein (statisch) und Wasser (dynamisch) gearbeitet.

Auszeichnungen
* Beispielhaftes Bauen Heidelberg 2003-2010; Auszeichnung der Architektenkammer Baden-Württemberg für die Baufelder Sinfonia Italiana und Concerto Grosso
* Nominierung für Lea-Mittelstandspreis (Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in BW) 2011
* Nominierung für Flächenrecyclingpreis Baden-Württemberg 2008; Auslober: altlastenforum BW e. V., Architektenkammer BW, Umweltministerium BW
* Deutscher Städtebaupreis 2008; Lobende Erwähnung durch die Deutsche Akademie für Städtbau und Landesplanung
* Lea-Mittelstandspreis (Mittelstandspreis für soziale Verantwortung in BW) Titel "sozial engagiert" verliehen im Juli 2008;
* Auszeichnung Guter Bauten 2008 des BDA (Vorauswahl Hugo-Häring-Preis 2009) verliehen im Juli 2008 für das Baufeld Concerto Grosso
* Wettbewerb Wohnen im Kinderland Baden-Württemberg
2. Preis in der Kategorie: Wohnbauten und Lebensräume, verliehen April 2008
Auslober: ArGe Baden-Württembergischer Bausparkassen, Wirtschafts- und Sozialministerium
* Aktie der Metropolregion Rhein-Neckar
verliehen im Juni 2007 für das ProjektDialog im Stadtteil-Runder Tisch Generationendialog (Mehrgenerationenhaus)

Die Projektbeteiligten

PAS Jourdan & Müller, Frankfurt
Bilger Fellmeth Architekten, Frankfurt
Kessler de Jonge Architekten, Heidelberg
AAG Loebner Schäfer Weber Freie Architekten, Heidelberg
Projektbüro Stadtlandschaft, Kassel
Prof. Feßmann, Mozarteum Salzburg
Diakonische Hausgemeinschaften, Heidelberg

  • Gesamtgröße:
    10 ha
  • Einheiten:
    600 Wohnungen und Häuser
  • Fertigstellung:
    2010
  • Bauherr:
    E+K Quartier am Turm GmbH

Kontakt

Haben Sie Fragen zu diesem Projekt oder unserem Unternehmen, rufen Sie uns an unter 06221-971025